18 Apr 2017

Häufige Fragen zur Realschule

Auf die Realschulen in Baden-Württemberg kommen seit dem Schuljahr 2016/17 viele Änderungen und Neuerungen zu.

 

Das Gesetz zur Weiterentwicklung der Realschule ermöglicht es, dass Schülerinnen und Schüler an Realschulen künftig verstärkt entsprechend ihrer individuellen Lern- und Leistungsentwicklung binnendifferenziert unterrichtet und gefördert werden. Sie können nicht nur den Realschulabschluss am Ende von Klasse 10, sondern auch den Hauptschulabschluss am Ende von Klasse 9 an der Realschule erwerben.

Gleichzeitig tritt für alle Schulen im Land ein neuer Bildungsplan in Kraft, der ebenfalls Änderungen mit sich bringt. An den Realschulen betrifft das nur Schülerinnen und Schüler, die im Schuljahr 2016/17 eine 5. oder 6. Klasse besuchen werden.

Fragen tauchen auch immer wieder in Zusammenhang mit der Schulgesetzänderung zur Inklusion auf, also des gemeinsamen Unterrichts mit Kindern, die einen sonderpädagogischen Förderanspruch haben.

Und schließlich ist die Realschule in Walldorf „Offenen Ganztagsschule“ mit zwei reinen Ganztagsklassen in Klassenstufe 5 und neuen Ganztagsklassen im neuen Schuljahr 2017/18. Auch zu diesem Bereich gibt es bestimmt viele offenen Fragen.

Was ändert sich mit dem neuen Realschulgesetz und dem neuen Bildungsplan?

Das Kultusministerium hat hierzu eine eigene Seite mit häufigen Fragen und Antworten:

http://www.km-bw.de/,Lde/Startseite/Schule/FAQ+Staerkung+der+Realschulen

Hier eine Zusammenfassung:

  • Alle Schüler der 5. und 6. Klasse werden ab dem Schuljahr 2016/17 nach dem neuen Bildungsplan unterrichtet. Für alle anderen Klassen gilt weiterhin der alte Bildungsplan.
  • Die Fächerverbünde des alten Bildungsplans 2004 wurden aufgehoben und es wird wieder die alten Einzelfächer geben. Es wurde ein neuer Fächerverbund BNT (Biologie, Naturphänomene und Technik) für die Klassenstufen 5 und 6 geschaffen. Neu ist auch das Wahlpflichtfach AES (Alltagskultur, Ernährung, Soziales) ab Klasse 7, das das alte Fach MUM ablöst und das Fach WBS (Wirtschaft, Berufs und Studienorientierung) ab Klasse 8.
  • Für die Klassen 5 und 6 im neuen Schuljahr wird es zukünftig keine Themenorientierten Projekte (z.B. TOP WVR, TOP BORS) mehr geben. Diese Fächer sind weitgehend in das neue Fach WBS eingebunden.
  • Es wird nur drei Kernfächer (Deutsch, Mathematik, Englisch) und ab Klasse 7 als 4. Kernfach ein Fach des Wahlpflichtbereichs (AES, Französisch oder Technik) geben.
  • Alle Schüler, die ab Klasse 7 Französisch als Wahlpflichtfach belegen wollen, müssen schon in Klasse 6 freiwillig an einem einführenden Französischunterricht teilnehmen, der jede Woche zweistündig angeboten wird, aber nicht versetzungsrelevant ist.
  • In der Orientierungsstufe wird es am Ende von Klasse 5 ab dem Schuljahr 2016/17 keine Versetzungsentscheidung mehr geben. Alle Schüler werden versetzt.
  • Die Leistungsmessung in Klasse 5 und 6 erfolgt auf Realschulniveau.
  • Schülerinnen und Schüler werden in der Orientierungsstufe entsprechend ihrer individuellen Lern- und Leistungsentwicklung binnendifferenziert unterrichtet und gefördert.
  • Am Ende der 6. Klasse entscheidet die Klassenkonferenz, ob ein Schüler entsprechend seinem Leistungsstand auf „Grundlegendem – (G)“ oder „Mittleren (M) Niveau unterrichtet wird. Grundlage dafür ist die Versetzungsordnung.
  • Die neue Versetzungsordnung ist inzwischen erschienen. Hinweise dazu hier!
  • Ab der 7. Klasse werden alle Schüler in allen Fächern entweder auf G- oder M-Niveau unterrichtet. Ein „erweitertes gymnasiales (E) Niveau ist an Realschulen nicht vorgesehen.
  • Ein Wechsel der Niveaustufen ist jeweils zum Halbjahr in den Klasse 7 und 8 möglich.
  • Ab Klasse 7 erfolgt binnendifferenzierter Unterricht mit allen Schülern in ihrer bisherigen Klasse.
  • Das G-Niveau führt am Ende der 9. Klasse zum Hauptschulabschluss, der ab dem Schuljahr 2019/20, wenn die ersten Schüler mit dem neuen Bildungsplan in Klasse 9 angekommen sind, angeboten wird.
  • Das M-Niveau führt wie bisher zum Realschulabschluss am Ende der 10. Klasse.

 

 

Was bedeutet die Schulgesetzänderung zur Inklusion für die Realschule?

  • Inklusion bedeutet gemeinsamer Unterricht (GU) mit Kindern, die einen sonderpädagogischen Förderanspruch haben. Diese wurden bisher an entsprechenden Sonderschulen (neue Bezeichnung für Sonderschulen: Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum SBBZ) oder in Außenklassen der Sonderschulen an allgemeinbildenden Schulen unterrichtet. Im Gemeinsamen Unterricht werden nun Kinder mit und ohne Behinderung/Förderbedarf  gemeinsam unterrichtet.
  • Neu ist die Abschaffung der Pflicht zum Besuch einer Sonderschule. Eltern von Kindern mit einem Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot können seit dem Schuljahr 2015/2016 wählen, ob ihr Kind an einer allgemeinen Schule oder einem Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) – früher Sonderschule – lernen soll.
  • Um diesen Anspruch zu ermitteln, wird ein sonderpädagogisches Überprüfungsverfahren eingeleitet, in welchem Förderbedarf und Förderschwerpunkt eines Kindes geklärt werden.
  • Nachdem Eltern ein Kind zum Gemeinsamen Unterricht angemeldet wurde, entscheidet eine Bildungswegekonferenz der Schulaufsicht über den zukünftigen Schulort und die Schulart. Inklusion betrifft alle Schularten und keine Schulart ist ausgeschlossen.
  • Die Schulaufsicht versucht gruppenbezogene Lösungen mit einem Zwei-Pädagogen-Prinzip einzurichten. Dies wird vornehmlich beim zieldifferenten Unterricht für die überwiegende Dauer des Unterrichts angestrebt. Das lässt sich in der Regel nur bei gruppenbezogenen Angeboten realisieren.
  • Die Schulaufsicht (Schulamt) weist darauf hin einer Schule eine Gruppe zu.
  • Die Klassenbildung obliegt allein der Schulleitung. Eltern von Kindern mit Förderbedarf und Eltern von Realschulkindern haben kein Wahlrecht für oder gegen eine Inklusionsklasse.
  • Kinder mit Förderbedarf in Inklusionsklassen können verschiedene Förderschwerpunkte haben. Es gibt Förderbedarf in den Bereichen: Sehen, Hören, Lernen, geistige Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung, emotionale und soziale Entwicklung, Sprache sowie Schüler mit längerem Krankenhausaufenthalt.
  • Einige Förderschwerpunkte bedingen eine Unterscheidung in zielgleichen und zieldifferenten Unterricht.
  • Bei zielgleichem Unterricht werden Kinder neben der sonderpädagogischen Förderung nach dem Bildungsplan der Realschule unterrichtet.
  • Zieldifferenter Unterricht bedeutet, dass Kinder nach den jeweiligen Bildungsplänen ihres Förderschwerpunkts z.B. Lernen oder geistige Entwicklung unterrichtet werden. Ein Vergleich der Noten ist daher nicht möglich. Die Kinder erhalten ein Zeugnis der Realschule mit einem besonderen Vermerk, dass die Leistungsbewertung auf Grundlage des jeweiligen Sonderschulbildungsplan erfolgte.

 

Was bedeutet die Umwandlung der Realschule in eine Offene Ganztagsschule?

  • Grundsätzlich unterscheidet man in Baden-Württemberg zwischen gebundenen und offenen Ganztagsschulen.
  • An gebundenen Ganztagsschulen ist die ganze Schule für den Ganztagsbetrieb eingerichtet. Es gibt einen verbindlichen Wochenstundenplan.
  • Bei einer offenen Ganztagsschule können Eltern jedes Schuljahr über die Teilnahme neu entscheiden.
  • Die Teilnahme am Ganztagsprogramm erfordert deshalb eine Anmeldung. Bei Anmeldung am Ganztagsbetrieb ist die Teilnahme aus Gründen der Planungssicherheit für ein Schuljahr verbindlich.
  • Realschulen in Baden-Württemberg dürfen nur offene Ganztagsschulen sein.
  • Die Theodor-Heuss-Realschule in Walldorf hat bei der Schulaufsicht einen Antrag auf eine offene Ganztagsschule beginnend in Klassenstufe 5 ab dem Schuljahr 2016/17 gestellt und die Genehmigung erhalten.
  • Dies bedeutet: Eltern entscheiden mit der Schulanmeldung, ob ihr Kind am Ganztagsangebot laut Stundentafel teilnimmt. Ein Anmeldeblatt liegt bei der Schüleranmeldung aus. Es kann, ähnlich wie das eigentliche Schüleranmeldeblatt schon vorab im Bereich Service heruntergeladen und ausgefüllt werden.
  • Eine Anmeldung für das Ganztagsangebot gilt bis auf Weiteres. Eine Abmeldung kann nach Rücksprache mit der Schulleitung nur zum Ende eines Schuljahres erfolgen.
  • Der bisherige Antrag zur Ganztagsschule umfasst derzeit nur die Klassenstufen 5-7. Bei Bedarf wird die Schule den Antrag zu gegebener Zeit auf die Klassenstufen 8-10 ausweiten.

Auf dem Kultusportal stehen zu den o.g. Bereichen weitere Informationen bereit:

 

 

 

 

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