28 Jan 2019

Wanderausstellung „Youniworth“ zum Thema Jugendmigration

Wie wollen wir zusammenleben?

Koffer packen – das müssen Jugendliche in Walldorf meistens nur, wenn sie auf Klassenfahrt gehen oder in den Ferien verreisen. Für Jugendliche, die aus ihrem Heimatland flüchten mussten, bedeutet Koffer packen etwas ganz anderes. „Was nehme ich mit?“  heißt es daher bei dem digitalen Kofferspiel, das eine der Stationen einer Wanderausstellung der Jugendmigrationsdienste  (JMD) und des örtlichen JMD Sinsheim ist, die vom 28. Januar bis 8. Februar im Walldorfer Schulzentrum zu Gast ist.

„Youniworth“, in Anlehnung an die Begriffe „Youth“ für Jugend, „worth“ für wertvoll und auch an „Universe“ (Universum), heißt die Ausstellung, die sich mit wichtigen Aspekten des Zusammenlebens Jugendlicher in einer multikulturellen Gesellschaft befasst. Die sieben Ausstellungsstationen bieten abwechslungsreiche interaktive und multimediale Elemente. Neben dem Kofferspiel gibt es zum Beispiel eine Hörstation mit internationaler Musik, Klapptafeln verdeutlichen die Vielfalt der deutschen Sprache dank der „Migration“ von Wörtern. Man denke nur an Joghurt, Tee oder Pullover. Filme und Videointerviews mit Jugendlichen, die unterschiedliche Migrationserfahrungen hinter sich haben, vertiefen die Thematik.

Wie Manfred Bugert, Koordinator der Schulsozialarbeit in Walldorf, berichtet, wurde die Wanderausstellung ausgewählt, weil sie die Jugendlichen ab der 7. Klasse spielerisch und multimedial dazu auffordert, sich mit der Situation von Mitschülerinnen und Mitschülern mit Migrationshintergrund auseinanderzusetzen. Gemeinsam mit Anne Strosny vom Jump und Integrationsmanagerin Gabriele Dörflinger, haben Manfred Bugert und das Team der Schulsozialarbeit begleitend zur Ausstellung ein Rahmenprogramm für die Schülerinnen und Schüler gestaltet. So wird es ein interkulturelles Training geben. Gabriele Dörflinger wird mit zwei erwachsenen Flüchtlingen in eine Schulklasse kommen und mit ihnen über die Integrationsarbeit berichten. Im Jump wird der Film „Willkommen bei den Hartmanns“ gezeigt mit anschließender Diskussion – Popcorn inklusive. Tim Tegtmeier von der Landesbühne Rastatt wird im Jump das Ein-Mann-Stück „Krieg. Stell Dir vor, er wäre hier!“ für die Klassen 7 bis 10 der Waldschule aufführen.

Bei der internen Auftaktveranstaltung am 28. Januar wird Claudia Gottuck-Brede von der Waldschule Szenen aus dem Theaterstück vortragen. Die Band der Schulsozialarbeit und die „One Family Band“ mit Musikern aus Gambia werden den Abend musikalisch umrahmen, in den Bürgermeisterin Christiane Staab einführen wird. Jens Albrecht, Rektor der Theodor-Heuss-Realschule, und Rüdiger Albert, Geschäftsführer des Internationalen Bundes als Träger des JMD, werden ebenfalls sprechen. Da die Ausstellung nicht nur für Jugendliche sehens- und erlebenswert ist, ist sie am Mittwoch, 30. Januar, und Mittwoch, 6. Februar, jeweils von 14 bis 18 Uhr für alle Interessierten zugänglich.      

 

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